Welcher ist der beste Airbrush-Kompressor-Typ?

Überall auf Airbrush-Kompessor.net wird über Kompressoren geredet, aber was sind das überhaupt für Geräte – und vor allem: wie funktionieren sie?

Tatsächlich gibt es verschiedene Techniken, um Luft zu komprimieren. Viele davon eignen sich leider nicht für das Airbrushen. Die zwei der populärsten, die dafür nutzbar sind, sollen hier beschrieben und ihre Funktionsweise erklärt werden. Zudem werden jeweils Vor- und Nachteil bei der Nutzung als Airbrush-Kompressor aufgezeigt.

Altbewährt – der Kolbenkompressor

Der Kolbenkompressor, auch Kolbenverdichter genannt, nutzt die älteste Art um Luft zu komprimieren. Die Funktionsweise ähnelt sehr stark der eines Zylindermotos:

Befindet sich der Kolben in einer Abwärtsbewegung, öffnet sich das Einlassventil (in der unten stehenden Animation das rechte) und unkomprimierte Luft wird durch den entstehenden Unterdruck in den Zylinder gesaugt.

Nachdem er unten angekommen ist, fängt der Kolben an sich  wieder nach oben zu bewegen. Dabei verschließt sich aufgrund des auftretenden Überdrucks das Einlassventil. Die Luft wird komprimiert. Der Überdruck öffnet zudem das Auslassventil, durch das die verdichtete Luft z. B. in einen Druckbehälter gelangt.

Da sich beim Öffnen des Einlassventils das Ausgangsventil wieder  schließt, kann keine Luft aus dem Tank entweichen und sie wird zwischengespeichert.

Vorteil des Kolbenkompressors ist sein einfacher Aufbau, der ihn recht günstig macht. Zudem lässt er sich theoretisch durch beliebig viele Zylinder erweitern um nicht nur einen gleichmäßigeren Lauf, sondern auch eine stärkere Komprimierung – bis zu einigen hundert bar – zu erreichen. Letzteres ist für Airbrusher aber weniger interessant. Ein hingegen wichtiger Nachteil des Kolbenverdichters als Airbrush-Kompressor – gerade in günstigen Ausführungen – ist, dass er recht laut sein kann.

Trotzdem werden Kolbenkompressoren am meisten für das Airbrushen genutzt, da sie meist keinerlei Wartung benötigen und vergleichsweise günstig sind. Kolbenkompressoren sind der klare Preis-Leistungs-Favorit!

Ölfrei und preiswert – Membrankompressor

Der Membrankompressor ist dem Kolbenkompressor nicht unähnlich. Jedoch besitzt er keinen Kolben, der die Luft ansaugt und wieder verdrängt, sondern eine elastische Membran.

Diese Membran ist fest mit dem Kompressor verbunden und wird von einer Pleuelstange in Auf und Abbewegungen versetzt. Der restliche Aufbau ist dem Kolbenkompressor sehr ähnlich – Luftein- und auslass sind funktional praktisch identisch.

Vorteil ist vor allem, dass es keinen Kolben gibt, der an einer Zylinderwand reibt und somit eigentlich kein Öl nötig ist. Zwar schafft ein Membranverdichter normalerweise keinen sehr hohen Druck und Luftdurchfluss. Doch für die Nutzung als Airbrush-Kompressor ist das ja auch gar nicht nötig!

Einziges Manko, das er sich auch mit dem Kolbenverdichter teilt, ist eine hohe Vibration – also auch Geräuschentwicklung. Durch eine gute Dämmung ist dem jedoch genau wie beim Kolbenkompressor gut gegenzuwirken.

Welcher ist nun der bessere Airbrush-Kompressor?

Auch wenn sich die beiden Kompressor-Typen sehr ähneln, sieht man in den meisten Fällen den Kolbenkompressor in Gebrauch. Woran mag das liegen?

Im Prinzip eignen sich beide sehr gut, jedoch hängt beim Membrankompressor der mögliche, erzeugbare Druck stark von der genutzten Membran ab. Ist sie zu schwach, kann sie nicht mehr gegen den bereits im Tank befindlichen Druck ankommen. Dadurch kann sich zum einen der Druck nicht mehr erhöhen und zum anderen könnte im schlimmsten Fall die Membran reißen, wodurch der Kompressor hinüber wäre.

Beim Kolbenverdichter hängt der Druck viel mehr vom gentutzen Motor und seiner Kraftübersetzung ab. Der Kolben besteht aus Metall, weshalb ihn herzlich wenig interessiert, wie viel Druck bereits im Druckbehälter herrscht. Wirtschaftlich gesehen ist der Kolbenkompressor also sowohl für Hersteller als auch für Verbraucher sinnvoller. Achten sollte man aber immer darauf, dass er auch wirklich ölfrei ist!